25 Jun 2020 / Blog > Corona

Auswirkungen von Corona auf Immobilienangebote in Hamburg und Berlin

Titelbild Post: Corona Berlin x Hamburg

Um die Effekte der Corona-Krise auf den Immobilienmarkt einschätzen zu können, haben wir mehr als 30.000 Wohnungsinserate analysiert, welche auf allen gängigen Plattformen in den letzten fünf Monaten in Berlin und Hamburg veröffentlicht wurden. Wir haben verglichen, wie sich die Anzahl der Inserate sowie deren durchschnittliche Quadratmeterpreise verändert haben. Zusätzlich haben wir uns die Suchhäufigkeit relevanter Begriffe auf Google angeschaut und sind dadurch zu interessanten Erkenntnissen gelangt.

Die Anzahl der Wohnungsinserate in Hamburg ist bis Ende Mai um 19 Prozent eingebrochen

Hier wird der Durchschnitt der täglich veröffentlichten Inserate pro Monat angegeben (und nicht die Gesamtanzahl der neuen Inserate pro Monat). Somit können wir bereits vor Ende Juni eine Tendenz abbilden, obwohl wir unsere Daten bereits am 21.06.2020 erhoben haben.

Hier wird der Durchschnitt der täglich veröffentlichten Inserate pro Monat angegeben (und nicht die Gesamtanzahl der neuen Inserate pro Monat). Somit können wir bereits vor Ende Juni eine Tendenz abbilden, obwohl wir unsere Daten bereits am 21.06.2020 erhoben haben.

Betrachtet man die Anzahl der Wohnungsinserate, welche im Durchschnitt täglich in Hamburg veröffentlicht wurden, so erkennt man, dass im Vergleich zum Februar die Anzahl der täglich veröffentlichten Wohnungsinserate bis Ende Mai um etwa 19 Prozent eingebrochen ist. Auffallend ist der erneute Anstieg der Inserate im Juni, welcher zeitlich mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen zusammenfällt. Die Anzahl der Inserate stieg dabei im Vergleich zu Mai um ca. 73 Prozent und bewegt sich mit durchschnittlich 47,15 Inseraten pro Tag sogar über der Anzahl vom Februar.

Die Wohnungsinserate in Berlin brachen bis Ende Mai um 62 Prozent ein

Hier wird der Durchschnitt der täglich veröffentlichten Inserate pro Monat angegeben (und nicht die Gesamtanzahl der neuen Inserate pro Monat). Somit können wir bereits vor Ende Juni eine Tendenz abbilden, obwohl wir unsere Daten bereits am 21.06.2020 erhoben haben.

Hier wird der Durchschnitt der täglich veröffentlichten Inserate pro Monat angegeben (und nicht die Gesamtanzahl der neuen Inserate pro Monat). Somit können wir bereits vor Ende Juni eine Tendenz abbilden, obwohl wir unsere Daten bereits am 21.06.2020 erhoben haben.

Bei den Wohnungsinseraten in Berlin ergibt sich ein anderes Bild als in Hamburg. Seit Februar kam es bis Ende Mai zu einem deutlichen Einbruch der pro Tag veröffentlichten Wohnungsinserate um mehr als 62 Prozent. Erst im Juni ist eine Erholung um ca. 90 Prozent im Vergleich zum Mai zu erkennen. Dies fällt wie in Hamburg zeitlich mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen zusammen.

Ein Corona-Effekt auf die Quadratmeterpreise in Hamburg ist nicht leicht auszumachen

Bei der Analyse der Quadratmeterpreise in Hamburg lässt sich keine klare Aussage treffen. Die Angebotspreise schwankten zwar, aber es ist schwer zu erkennen, ob dies durch Corona geschah.

Die von uns erhobenen Preise stellen die Angebotspreise dar, welche für die Inserate vor Beginn der Verkaufsverhandlungen angesetzt wurden. Wir konnten nicht erheben, wie hoch die tatsächlich notariell beglaubigten und bezahlten Verkaufspreise waren. Echte Notargänge und echte Verkäufe wurden wegen des Lockdowns ab Mitte März schwieriger. Wir vermuten, dass die Notargänge daher zurückgingen.

Die Quadratmeterpreise in Berlin stiegen um 4 Prozent

Während die Quadratmeterpreise in Hamburg Schwankungen innerhalb der letzten fünf Monate aufweisen, kann man dies in Berlin nicht feststellen. Die Preise blieben trotz des Lockdowns sehr stabil, stiegen im Juni jedoch mit etwa 4 Prozent im Vergleich zum Februar leicht an.

Das Interesse nach Immobilien übersteigt das Vorkrisenniveau

rot = Suchanfragen auf Google im Zeitverlauf für “Haus kaufen”
blau = Suchanfragen auf Google im Zeitverlauf für “Wohnung kaufen”

rot = Suchanfragen auf Google im Zeitverlauf für “Haus kaufen” blau = Suchanfragen auf Google im Zeitverlauf für “Wohnung kaufen”

Ein Indiz dafür, dass sich das Interesse nach Immobilien in Deutschland bereits wieder dem Vorkrisenniveau angeglichen hat, liefert die Betrachtung von Google Trends. Google Trends liefert Erkenntnisse darüber, welche Suchbegriffe von Google Nutzern wie oft und in welchem Zeitverlauf eingegeben werden. Die Häufigkeit von Begriffen wie “Haus kaufen” oder “Wohnung kaufen” erlebte vor allem zu Beginn der Kontaktbeschränkungen im März einen massiven Einbruch. Mittlerweile bewegt sich die Anzahl der Suchanfragen sogar über dem Vorjahresniveau. Investitionen wurden durch Corona vermutlich vorerst verschoben und nun vermehrt angegangen.

Vorerst keine Krise des Immobilienmarktes durch Corona

Unsere Daten zeigen, dass sich die Anzahl der Inserate in Hamburg in den letzten Monaten seit Februar bis Ende Mai nur leicht negativ entwickelt hat und dann im Juni über das Vorkrisenniveau anstieg. In Berlin ergibt sich zumindest bei den Inseraten ein eindeutigeres Bild. Hier kam es seit Anbeginn der Krise im März zu einem deutlichen Einbruch. Die Anzahl der Inserate erholte sich mit den Lockerungen im Juni jedoch wieder.

Die Quadratmeterpreise der neuen Inserate in Berlin blieben währenddessen jedoch weitgehend unverändert, während diese in Hamburg leichten Schwankungen unterlagen.

Durch unsere Analyse zeigt sich, dass die Corona-Krise vorerst zu keiner Krise des Immobilienmarktes führt. Es wird sich aber erst langfristig zeigen, wie stark sich Preisfaktoren wie zum Beispiel Rezession, Gehälter, Arbeitslosigkeit, Konsumklima, Zuwanderung und Bautätigkeit verändern werden und sich dies auf den Immobilienmarkt auswirken wird.

Die hier gezeigten Grafiken resultieren aus den täglich veröffentlichten Immobilienangeboten der gängigen Plattformen. Diese fassen wir für unsere Nutzer tagesaktuell auf Basis ihres Suchprofils zusammen. Dadurch haben unsere Nutzer einen umfassenden Überblick über das, was aktuell am Immobilienmarkt geschieht und angeboten wird.

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